Parvovirose beim Hund

Parvovirus
Parvovirus im Elektronen-Raster-Mikroskop
natürliche Grösse ca. 20 nm
(nm = Nanometer = 10 -9 Meter)



Parvovirose, auch Katzenseuche genannt, ist eine der gefürchtetsten Hundekrankheiten, da sie ohne sofortige und intensive Behandlung unweigerlich zum Tode führt. Gerade Welpen und jüngere Hunde sind für diesen Virus besonders empfänglich. Warum?

Die Welpen nehmen zunächst die nötigen Antikörper gegen den Parvovirus mit der Muttermilch auf, und zwar primär mit dem Kolostrum, das ist die Erstmilch unmittelbar nach dem Werfen. Da die Welpen, besonders bei starken Würfen, unterschiedlich viel von diesem Kolostrum aufnehmen, sind sie auch unterschiedlich stark immunisiert.
Unabhängig davon läßt aber diese Grundimmunisierung über die Muttermilch von Woche zu Woche nach. Eine Schweizer Studie erbrachte, dass im Alter von 6 Wochen bereits über 80 % der Welpen keine ausreichende Immunisierung mehr haben.

Wie kommen die Welpen zu diesem Virus?

Parvoviren werden von befallenen Hunden über den Kot abgegeben. Gerade neugierige Welpen, die an allem herumschnüffeln müssen, nehmen dann diese Viren auf. Dies erklärt auch die Fälle, in denen Welpen aus Massenzuchten mit ungenügender Hygiene oft gruppenweise von diesem Virus befallen werden. Hier genügt natürlich ein einziges krankes Tier, um den ganzen Welpenbestand zu infizieren. Ein Grund mehr, um von solchen Quellen die Finger zu lassen. Gleiches gilt natürlich für Händler.
Eine andere Infektionsquelle sind Welpenspielgruppen aber auch der Mensch, der umbemerkt mit seinen Schuhen die Viren ins Haus und oft direkt in die Wurfstube trägt. Die Welpen also die ersten Wochen nicht aus dem Haus zu lassen, ist auch keine Garantie gegen den Befall.

Wie äußert sich der Virus?

Parvovirose beginnt meist mit einer kaum bemerkbaren Mattigkeit (welcher Welpe schläft nicht gerne?) und leichtem Fieber. Sehr bald danach aber kommt Erbrechen hinzu, oft begleitet von Durchfall. Der Welpe behält keine Nahrung mehr bei sich, erbricht auch Getrunkenes, der Durchfall wird letztlich blutig.
Werden diese Symptome nicht sofort von einem Tierarzt behandelt, endet das Ganze meist tödlich. Einen Gewichtsverlust von mehr als 12%, einhergehend mit dem Wasser- und Elektrolytmangel des Körpers, überlebt das Tier nicht.

Gibt es eine Behandlung?

Gegen den Parvovirus gibt es noch keine Medikamente. Was jedoch entscheidend für den Verlauf  der Krankheit ist, ist die Behandlung der Symptome. Der schwere Durchfall kann gestopt werden, der Wasserhaushalt muss wieder ausgeglichen werden, dem Körper müssen Bicarbonate, Kalium und evtl. andere Elektrolyte zugeführt werden. Dann hat der Hund eine gewisse Chance für das Überleben.

Kann man Vorbeugen?

Ja, und nochmals ja.
In einem ordentlichen Umfeld, z.B. in einer gut gepflegten Hobbyzucht, genügt die erste Grundimmunisierung etwa in der 7. Lebenswoche. Diese erfolgt gemeinsam mit einer Impfung gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose und Zwingerhusten. In der 12./13. Woche erfolgt die Nachimpfung. Danach die übliche jährliche Wiederholungsimpfung.

Besteht ein erhöhter Infektionsdruck, also eine größere Wahrscheinlichkeit,
dass sich ein Tier infiziert (z.B. in einer Massenzucht), kann und sollte bereits in der 5. Woche eine Erstimpfung gegen Parvovirose und Staupe vorgenommen werden. Hätten manche Massenzüchter und Händler auch nur den Funken von Verantwortungsgefühl, würden sie wenigstens zu dieser Maßnahme greifen.
 

 

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