Borreliose und FSME

hre Opfer, Vögel, Säugetiere und den Menschen, schädigen die Zecken nicht allein durch Blutentzug. Bis zu 20 Prozent dieser Parasiten sind mit dem Erreger der sogenannten Lyme-Borreliose infiziert, den sie beim Saugakt mit abgesondertem Speichel auf ihren Wirt übertragen. Die Borreliose (auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Disease) wird durch ein schraubenförmiges Bakterium verursacht, das im Inneren der Zecke lebt und beim Stich von der Zecke auf andere Säugetiere übertragen werden kann. 

An der Lyme-Borrelliose können Mensch und Hund erkranken. Gelenkentzündungen mit schmerzenden Gliedmaßen und Bewegungsstörungen sowie zeitweiliges Fieber mit gestörtem Allgemeinbefinden kennzeichnen das Krankheitsbild. Bei Katzen sind die Krankheitsanzeichen noch wenig bekannt. Doch auch ihr Abwehrsystem muß sich mit dem Erreger auseinandersetzen. Dies zeigen Blutuntersuchungen, die auch zur Diagnose der Erkrankung durchgeführt werden. 

Im Mittelmeerraum ist zudem eine Doppelinfektion mit Borreliose und dem Erreger der Ehrlichiose möglich. In beiden Fällen handelt es sich um Blutparasiten, die ein bis drei Wochen nach der Übertragung Fieberschübe mit gestörtem Allgemeinbefinden, Blutarmut und Blutharn auslösen können. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium entsteht Blutarmut. Treten solche Krankheitszeichen nach einer Urlaubsreise auf, sollte der behandelnde Tierarzt auf den vorangegangenen Auslandsaufenthalt aufmerksam gemacht werden. 

Verlauf der Borreliose:

(aus der Human-Medizin) 

Die Krankheit wird in verschiedene Stadien eingeteilt: 
Stadium l: (Frühstadium) 
Nach dem Biß der Zecke entwickelt sich bei ca. 50% der Betroffenen eine ringförmige Hautrötung um die Bißstelle, das sogenannte Erthema chronicum migrans. Diese Hautveränderungen können größer und größer werden, bis sie ganze Körper- partien umfassen. In den meisten Fällen verschwindet die Hautrötung von alleine. Sie ist aber ein sicherer Hinweiß auf eine Infektion mit dem Bakterium 'Borrelia burgdorferi'. 
Sehr häufig wird diese Hautveränderung von grippe- ähnlichen Beschwerden, wie erhöhter Körpertemperatur, Schweißausbrüchen, Abgeschlagenheit, Gelenk- und Muskelschmerzen begleitet. Dies ist ein Hinweis darauf, daß sich der Erreger über die Blutbahn im Körper ausgebreitet hat. 

Nun spricht man vom: 
Stadium II: (Wochen bis Monate nach Infektionsbeginn)  
Wenn eine Infektion in diesem Stadium nicht behandelt wird, siedeln sich die Bakterien in verschiedenen Körperteilen an. Die Bakterien bleiben nur ganz kurz in der Blutbahn, so schnell wie möglich setzen sie sich in den Organen fest. Die Borrelien haben eine Vorliebe für bestimmte Organe, besonders die Gelenke, Muskeln und Bänder haben es ihnen angetan, sie verursachen dort Entzündungen. Sensibilitätsstörungen wie Taubheitsgefühl, Brennen und Kribbeln sind in jedem Körperteil möglich. 
Auch im Nervensystem treiben sie ihr Unwesen, es kann zu Nervenentzündungen, wie unerträglichen neuragische Schmerzen, die vor allem in der Nacht auftreten können. Lähmungserscheinungen sind keine Seltenheit. 

Stadium III: (Monate bis Jahre nach Infektionsbeginn)  
Dieses Stadium ist durch rheumatische Beschwerden, wie chronische Gelenk- und Muskelentzündungen, sowie durch Hautveränderungen gekennzeichnet. Da die Krankheit in Schüben verläuft und auch noch nach Jahren Beschwerden verursachen kann, ist sie in ihrer Erscheinungsform beim Menschen der Multiplen Sklerose (MS) sehr ähnlich. 

FSME

Bisher galt landläufig die Meinung, Hunde könnten zwar unter Umständen an der Borreliose erkranken, nicht aber an FSME (Frühsommer-Meningonzephalitis). Damit wurde jetzt aufgeräumt. Bei der FSME handelt es sich um eine Viruserkrankung des Zentralnervensystems, die ebenfalls beim Zeckenstich übertragen wird. Anders als die Erreger der Borreliose kommen die FSME-Viren nur in bestimmten Regionen Europas vor. Diese Gebiete werden 'Endemiegebiete' genannt und schon seit geraumer Zeit genauestens registriert. Wer wissen will, ob er in einem Endemiegebiet lebt, oder in ein solches reisen will, kann dies bei seinem Hausarzt, Tierarzt oder Apotheker erfragen. 
Dass die FSME auch für den Hund gefährlich ist, konnte ein Pathologe der Universität Wien nun beweisen, indem er das Virus im Gehirn erkrankter Hunde nachgewiesen hat. Auch Untersuchungen aus dem süddeutschen Raum belegen das FSME-Risiko für den Hund. 
Die Erkrankung verläuft beim Hund meist so dramatisch, dass der Besitzer seinen Hund nur noch durch das Einschläfern von seinem Leiden erlösen kann. 
 
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